
Blick aus unserem Zimmer auf La Paz und den mächtigen Illimani (6.439 m).

Hier sollte man lieber nicht über rot fahren. Um nach La Paz zu gelangen, müssen wir zuerst durch den Vorort El ALto, wo uns die Puppen an fast jeder Staßencke ins Auge fallen. Evo Morales wollte der indigenen Bevölkerung wieder mehr Rechte zurückgeben, was allerdings teilweise etwas falsch interpretiert wurde. Die Puppen an den Lampen bedeuten nämlich, dass hier eine Art Selbstjustiz verübt wird. Wer verdächtig ist, wird gehängt steht auf dem Schild der Puppe. Da soll es auch schon einmal vorgekommen sein, dass Unschuldige zu unrecht zu tode geprügelt oder verbrannt worden sind. Das heißt es: Kopf runter und lieber schnell durch fahren!

Unser erster Blick auf La Paz lässt uns den Atem stocken. Die Stadt ist einzigartig, wie sich die Häuser immer weiter am Hang nach oben hangeln. Per Fahrrad ist es allerings kein so grosses Vergnügen und wir sind froh, als wir "El Prado" – unsere Adresse für die nächsten 2 Wochen erreichen.

Mary, Tato und Claudia
In La Paz dürfen wir bei den Eltern von Paola (Peters Austauschschwester als er 11 war) wohnen und werden rund um die Uhr verwöhnt! Vielen Dank Mary und Rolando! Muchas Gracias! Wir wohnen im 22. Stock mitten in der Innenstadt und können einen herrlichen Ausblick auf die Stadt genießen.

Wir erleben eines der größten Feste La Paz: "Gran Poder". Hier gibt es eine Art Karnevalsumzug, nur (zu Peters Freude) mit knapperen Röcken und mehr Farben:




Eine (unverkleidete) Besuchergruppe beim Gran Poder

Von La Paz machen wir eine kurzen Abstecher in die Yungas und radeln die "Todesstraße" hinunter. Früher war diese Straße wohl mal eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Doch seitdem es eine neue Umgehungsstraße gibt, wird die Straße, die spekatkulär in den Fels gehauen ist, nur noch wenig befahren - wir haben sie überlebt ;).

Die Straße führt von 4700 m auf 1200 m hinunter. Es ist ein einmaliges Erlebnis, wie sich die Luft und die Landschaft verändert: plötzlich sind wir im tropischen Regenwald mit Mandarinen-, Orangen, - Bananenbäumen und bunten Vögeln. Die Luft ist viel wärmer und es regnet seit langer Zeit mal wieder.

Hier besuchen wir eine Coca-Plantage. In Europa/USA wird Coca meist mit Kokain in Verbindung gebracht. In Bolivien wird Coca als Gegenmittel für sämtliche Auswirkungen der Höhe gekaut, als Medizin oder Coca-Tee konsumiert. Unsere Spanischkenntinisse, reichen noch nicht für einen Cocakauer aus. Der Export von Coca ist seit Jahren ein politischer Konfliktpunkt, besonders zwischen der USA und Bolivien.

Peter lässt es sich nicht nehmen, die Todesstraße auch wieder hinaufzufahren.

Wir besuchen in La Paz die Organisation Arco Iris. An dieser Stelle möchte wir uns noch einmal bei allen bisherigen Spendern bedanken! Wir konnten einige Projekte des Casa de Paso besuchen und haben ein paar Bilder zusammen gestellt. Auch haben wir den "Padre", Pfarrer Neuenhofer kennengelernt und wurden von seiner persönlichen Assistentin mit Arco Iris bekannt gemacht:

Handwerker: Hier können Jugendliche handwerklich tätig werden und die Produkte selbst auf der Strasse verkaufen. Auch können z.B. die Schuhputzer (die in La Paz an jeder Ecke anzutreffen sind) ihre Putzkästchen herstellen, ohne das Material bezahlen zu müssen. Wir waren vor dem Muttertag in der Werkstatt - hier haben die Jugendlichen Muttertagsgeschenke gebastelt.

Fussballplatz: Das Casa de Paso ist für Jugendliche bis 18 Jahre gedacht, die nur für eine bestimmte Zeit (Übergang) ein Heim benötigen. Auf dem Fussballplatz können sich die oft hyperaktiven Kinder austoben.

Kindergarten: Der schön eingerichtete Kinderkarten hat uns mit am Meisten begeistert. Hier werden die Kinder von z.B. Schuhputzern oder den Frauen aus dem "Refugio" von morgens bis um 17Uhr betreut. Die Kinder haben uns einfach überrumpelt. Ohne Berührungsängste stürzen sie sich auf uns und freuen sich über ein paar "Neulinge" in ihrem Reich.
Man könnte viele weitere interessante Projekte von Arco Iris nennen. Z.B. können die Straßenkinder ein Art Konto eröffnen, um Geld zu sparen.
Hut ab vor Padre Jose und seinen Mitarbeitern und Helfern.
Nun geht es für uns nach 2 Wochen "Urlaub" weiter Richtung Peru/Lima. Wir freuen uns jetzt auf den Titicacasee und auf unsere Freunde Sebastian und Caro, die wir in Puno treffen werden ;). Hasta luego!

Bedürfnisse der Kinder in La Paz. Arco Iris versucht zu helfen, sie zu verwirklichen.